Auflösung der Burschenschaft „Normannia zu Heidelberg“ gefordert

Auflösung der Burschenschaft „Normannia zu Heidelberg“ gefordert

Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, fordert die Auflösung der Burschenschaft „Normannia zu Heidelberg“ und die Beobachtung des rechtsextremen Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ durch das Bundesamt für Verfassungsschutz. Ehemaliger Vorsitzender Manz verlässt nach Untätigkeit nun doch die Burschenschaft. Kritik an dem Handeln der ALTEN HERREN und dem Vorstand der Burschenschaft Normannia reißt jedoch nicht ab.

Nach möglichen antisemitischen und rechtsradikalen Handlungen bei der Burschenschaft „Normannia zu Heidelberg“ und den daraus resultierenden zahlreichen Berichterstattungen, verlässt der ehemalige Mannheimer Kriminalhauptkommissar und stellvertretender Vorsitzende des Kreisverbandes der CDU, Egon Manz, mit sofortiger Wirkung die Burschenschaft als Mitglied.

Zuletzt wurde über ein Bild berichtet, das einen Burschenschaftler im Normannenhaus beim Hitlergruß zeigte. Zuvor über mutmaßliche antisemitische Übergriffe Ende August. Wie mittlerweile bekannt wurde, war der Vorstand der Normannia vor über einem Jahr bereits informiert, das sich Rechtsradikale unter den Mitgliedern der „Aktivitas“ befanden und der ehem. Vorstand um Egon Manz, untätig blieb. Wegen seiner Untätigkeit scheint der Druck doch nun auf Manz mächtiger zu sein.

Noch gestern am 10. Oktober hieß es, dass die Mannheimer CDU hinter ihrem stellvertretenden Vorsitzenden stehe, so in einem Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung nachzulesen. So fragte die RNZ, inwieweit es für eine christlich-demokratische Partei vertretbar sei, in den eigenen Reihen Personen zu haben, die sich im Umfeld von Rechtsradikalen bewegen. Diesen Vorwurf wies die CDU als „Unterstellung“ zurück. So teilte der Pressesprecher des CDU-Kreisverbandes Mannheim, Christian Hötting, der RNZ unter anderem mit: „Egon Manz steht auf dem Boden des Grundgesetzes.“ Auch Manz sagte der RNZ: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe alles getan, um das Problem der Normannia zu lösen.“ Zu diesem Zeitpunkt war von einer Niederlegung der Mitgliedschaft in der Burschenschaft Normannia noch keine Rede.

Löbel_Nikolas MdB – (C) Jördis Zähring

Gerade mal einen Tag später sieht die Welt für Manz anscheinend ganz anders aus. NIKOLAS LÖBEL, MdB der CDU Mannheim, teilte nun via Twitter am heutigen 11. Oktober um kurz nach 14 Uhr mit: „Herr Manz hat mir nach einem langen gemeinsamen Gespräch erklärt, dass er auf Grund der Vorkommnisse in der Burschenschaft Normannia seine dortige Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung beendet hat.“

Netzwerke bis in den Staatsapparat? – Unverständnis von Blume bezüglich dem Handeln des Verfassungsschutzes.

Antisemitismusbeauftragte des Landes, Michael Blume Copyright: Loges + Langen

Mehrfach hatte sich auch der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Michael Blume, kritisch zu den Vorkommnissen bei der Burschenschaft geäußert. Studentenverbindungen, die sich den „Deutschen Burschenschaften“ zuordneten, seien in seiner Wahrnehmung klar rechtsradikal. So seien sie seit Jahrzehnten auffällig. Blume verstehe nicht, warum so etwas immer noch nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werde. So dränge sich der Verdacht auf, dass es Netzwerke gebe, die ihre schützende Hand über die Burschenschaften hielten und es offensichtlich Netzwerke bis in den Staatsapparat hineingebe.

In einem Tweet von heute um kurz nach 16 Uhr, schrieb der Antisemitismusbeauftragten Michael Blume: „In einer Mail an mich hat Egon Manz seinen gestrigen Austritt aus der Normannia Heidelberg bestätigt. Ich fordere weiterhin eine Auflösung der früheren NS-Kameradschaft und eine Beobachtung des rechtsextremen Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ durch das Bundesamt für Verfassungsschutz.

AndreasScheffel